The Weather Station – The Weather Station: Intimer Folk mit elektrischen Impulsen

Weather Station

6.10.2017 / Paradise of Bachelors

Die besondere Qualität der Stimme und allgemein der Gesangsperformance von Tamara Lindemann war schon auf den bisherigen Veröffentlichungen offensichtlich. Da ist nicht nur eine extreme Klarheit und Leichtigkeit in Aussprache, Intonation und Phrasierung, sondern auch eine enorme emotionale Intensität. Ihr gelingt es mühelos, die sehr persönlichen und gleichzeitig poetisch hochwertigen Texte überzeugend und ohne pathetisches Grundrauschen an den Empfänger zu liefern. Dank dieser Fähigkeit ist The Weather Station zunächst mal prädestiniert für die Welt der leisen und ganze leisen Töne, die dem Genre durch Joni Mitchells „Blue“ für scheinbar für immer zugewiesen wurde.

Auf dem neuen, selbstbetitelten Album wird zunehmend die elektrische Gitarre eingestöpselt, was einen überraschenden Effekt hat. Denn erstens hebt die Musik dadurch hier und da endlich mal richtig ab und zweitens sind die ruhigen Momente fast noch intensiver als bisher. Auf dieser flexiblen Basis beginnen Tamara Lindemanns Exkurse in naheliegende Richtungen wie den britischen Folkrock oder krachenden Countryrock der 60er und 70er. Ein extrem abwechslungsreiches und gleichzeitig atmosphärisches Album, das nicht nur ein großer Schritt für The Weather Station darstellt, sondern auch einem etwas festgefahrenen Genre neue Impulse geben dürfte.

Kommentare

3 comments on “The Weather Station – The Weather Station: Intimer Folk mit elektrischen Impulsen”

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s