Natalie Prass – The Future and the Past (2018)

Ihr erstes Album wurde 2015 als eines der besten Debütalben des Jahres gehandelt. Auf der zweiten Platte macht Natalie Prass noch mal einen großen Schritt nach vorne und liefert mindestens einen richtigen Hit ab.

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Erschienen am 1. Juni 2018 auf Caroline / ATO

Zwischen doppelbödigem Indie und völlig ungeniertem Pop ist es ein schmaler Grat. Genau auf diesem wandelt Natalie Prass in den letzten Jahren wie kaum eine andere Künstlerin. Bei genauerem Hinhören ist der Fall klar, hier singt eine engagierte junge Frau nicht nur sehr schön, sondern auch äußert eloquent über die Höhen und Abgründe des Lebens im 21. Jahrhundert. Auf ihrem Debüt 2015 versteckte sich der Tiefgang noch unter einer dicken Schicht Arrangement, wie Zuckerguss legten sich Bläser und Streicher über jeden Song. Damit ist jetzt Schluss: Die Ecken und Kanten werden freigelegt und der Groove gewinnt enorm an Schärfe und Durchschlagskraft.

Das Musikvideo zu Short Court Style auf Youtube:

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Das macht schon richtig Spaß, wie Natalie Prass und ihre Band hier auf den Punkt spielen. Kaum eine Funkband in den Siebzigern hätte so etwas tighter abgeliefert, auch die absoluten Groove-Nerds von Vulfpeck würden wahrscheinlich anerkennend im Takt nicken. Ein mehr als solides Fundament, über dem Natalies schwerelose Stimme ihre Kreise ziehen kann. Extrem beweglich schwebt sie durch die Songs, meistens anschmiegsam aber an den entsprechenden Stromschnellen auch mit ausreichend Druck und Würze. Besonders beeindruckt die Performance, wenn es harmonisch etwas schräger zugeht und sich die Melodien nicht von selbst ergeben. Dann haucht Natalie Prass den bisweilen etwas sperrigen Jazz-Akkorden einfach mit ein paar Tönen den nötigen Pop-Appeal ein und sorgt damit für eine verblüffende Auflösung der musikalischen Spannung. Und mit etwas Glück könnte es trotz solcher Umwege gelingen, dieses insgesamt hervorragende Album auf dem Rücken des Hitpotentials von einigen Liedern auch mit einem gewissen kommerziellen Erfolg zu belohnen.

Das ganze Album auf Spotify:

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Ähnliche Alben:

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