Marla & David Celia – Daydreamers (2018)

Marla hat 2016 ein vielversprechendes Debüt abgeliefert, David Celia hat schon vier beachtliche Alben auf dem Buckel. Gemeinsam gelingt ihnen eine Platte voller Nostalgie und Herzenswärme, die im Folk-Bereich ganz oben mitspielt.

a2097283844_10.jpg

Erschienen am 17. August 2018 auf Elite Records

Schon das Debüt-Album der aus Heidelberg stammenden Marla war gewissermaßen eine Kollaboration der beiden. Ihre sinister in die Tiefe blickenden Songs auf “Madawaska Valley” wurden durch David Celias Produktion deutlich aufgehellt, die schwerelose Gitarrenarbeit fügt dem Ganzen eine gewissen schwebende Leichtigkeit hinzu. Auf seiner letzten Platte “Double Mind” zeigte sich der Kanadier scharfzüngig und humorvoll wie eh und je, allerdings schlichen sich auch melancholische und sogar wehmütige Gedanken in so manchen Refrain. Folgerichtig wirkt das erste gemeinsame Album der beiden wie ein gemeinsames musikalisches Erweckungserlebnis. Plötzlich ist da diese emotionale und harmonische Balance, welche die Songs noch mal auf eine ganz andere Ebene hebt.

Das Musikvideo zu Heart Like A Dove auf Youtube:

Die gemeinsame Arbeit an den Songs begünstigt eine bemerkenswerte Vielschichtigkeit, die aktuell nicht viele traditionsbewusste Folkplatten aufweisen. Beide Künstlerpersönlichkeiten sind in ihrer jeweils eigenen Identität jederzeit präsent. Wer sie kennt und aufmerksam zuhört, kann förmlich mitverfolgen, wie sie mit einander tanzen, streiten, sich versöhnen und manchmal auch erschöpft zu Boden sinken. Das ist fast ein bisschen wie bei Lennon und McCartney, aber mit weniger Egos und viel mehr Liebe. Ganz abgesehen von diesem ganzen romantischen Gedöns besteht “Daydreamers” aber auch einfach aus elf verdammt gute Songs, die jeder für sich eine eigene kleine Geschichte erzählen und als Ganzes zu einer eigenen Welt zusammenwachsen. Ein fantastisches Album für eine Fahrt auf der Landstraße, für ein Frühstück auf dem Balkon oder für einen gemütlichen Abend auf der Couch – einfach Musik, die alles Gute und Schöne am Leben kanalisiert, auffängt und behutsam konserviert. Danke dafür.

Das ganze Album auf Spotify:


Ähnliche Alben:

Bonny Doon – Long Wave (2018)
Twain – Rare Feeling (2017)
The Deslondes – The Deslondes (2015)

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out /  Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out /  Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out /  Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out /  Change )

Connecting to %s