Connan Mockasin – Jassbusters (2018)

Erschienen am 12. Oktober 2018 bei Mexican Summer

Die Jassbusters sind eigentlich nichts weiter als eine Gruppe von Lehrern mittleren Alters, die eine Band gründen und seichte Grooves spielen. Die Charaktere haben zwar Namen, werden aber kaum näher beleuchtet. Auch eine Handlung fehlt weitestgehend, eigentlich geht es immer nur um die Musik. In Deutschland würde so etwas wahrscheinlich von Helge Schneider kommen und fürchterlich nach Jazz, Bier und billigem Rasierwasser riechen. Doch Connan Mockasin beweist mit diesem schrägen Konzept mal wieder, dass er Neuseelands schillerndster Popmusiker ist: Kaum hatte er sich als Kollaborateur von großen Stars wie James Blake oder MGMT ein wenig Rampenlicht gesichert, stürzt er sich Hals über Kopf in das absurdeste Albumprojekt seit Frank Zappas Joe’s Garage.


Ein kleiner Vorgeschmack auf Youtube:

Minutenlang nuschelt sich Mockasin also fast unverständlich durch Beschreibungen von irgendwelchen belanglosen Szenerien, ohne Unterlass nudelt er mit einem unterbelichteten Gitarrensound über sehr wenige sanfte Akkorde. Zwischen den Songs gibt es kryptische Hörspielfragmente, die vorgeben, den nicht mal ansatzweise nachvollziehbaren Pseudo-Plot voranzutreiben. Das klingt auf den ersten Blick wie das Produkt einer bekifften Nacht im WG-Zimmer, so ziellos und windschief wird um den heißen Brei herumgespielt. Doch in diesem zur Schau gestellten Nebel der Lethargie verstecken sich Anmutungen eines atmosphärischen Narrativs und schließlich auch unzählige große Pop-Momente, die erst beim wiederholten Hören deutlich hervortreten. Ein extrem wunderliches Album, dessen Entdeckung sich für ein aufgeschlossenes Publikum über alle Maßen und auf Dauer lohnt.


Das ganze Album auf Bandcamp:


Nebenan im Plattenregal:

Kevin Krauter – Toss Up (2018)
Nicholas Krgovich – Ouch (2018)
Stephen Steinbrink – Utopia Teased (2018)

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