Nap Eyes – I’m Bad Now (2018)

Erschienen am 9. März 2018 auf Paradise of Bachelors

Eigentlich müssten die vier verstrahlten Kanadier mit dieser Platte endlich mal den Durchbruch packen. Sollte man meinen. Wäre da nicht die Tatsache, dass die einschlägige Indiepresse genau das schon bei den beiden Vorgängeralben vorhergesagt hatte. Wahrscheinlich wird deshalb auch I’m Bad Now seinen Weg nur in wenige Plattenregale finden – was wiederum in diesen empörten Zeiten durchaus mal Anlass für eine eigene mittelgroße Empörungswelle wäre.

Ansnacken auf Youtube:

Sei’s drum, ohnehin liegt einer Band wie Nap Eyes nichts ferner als aufgekratzte Hysterie. Ihre Stärke liegt in der Intensität der subtilen Gesten. Mit bestechender Lässigkeit legt die Gruppe um Songwriter Nigel Chapman hier ein ausgefuchstes Stück Outsider-Indie nach dem anderen vor. Ein bißchen liebenswürdiger Slacker-Charme aus den Neunzigern, dazu ganz viel Schrammel-Coolness aus den Sechzigern – wie passend, dass Chapman sowieso auf frappierende Weise wie die Reinkarnation des großen Lou Reed klingt. Dazu gibt es Alltagslyrik zwischen hornbebrilltem Existenzialismus und griffigen Slogans aus der digitalen Gegenwart, sowie höchst clevere und stilsichere Gitarrenarbeit. Mehr braucht man eigentlich nicht.

Das ganze Album bei Spotify:

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