Zukunftsmusik: Februar 2019

Der Januar ist normalerweise eher von Nachzüglern bestimmt, die es nicht mehr ins Weihnachtsgeschäft geschafft haben. Deshalb geht das Jahr 2019 im Bereich Albumveröffentlichungen eigentlich erst im Februar richtig los. Besonders vielversprechend sind diesmal fünf Vorankündigungen von einigen lange erwarteten Platten. An diesen kann man auch sehr gut die fortgeschrittene Diversifizierung des Genres Singer-Songwriter festmachen: Einerseits durch den hohen Frauenanteil und die Globalisierung der Szene, schließlich kommt Tiny Ruins aus Neuseeland und Julia Jacklin (Bild) aus Australien. Andererseits aber auch stilistisch, denn vom Roots Rock eines Cass McCombs bis zum zerzausten Kammerfolk einer Jessica Pratt wird die große Bandbreite dieser Schublade exemplarisch abgedeckt.

Tiny Ruins: Olympic Girls (1. Februar 2019)

Schon das schwerelose Gitarrenspiel von Tiny Ruins ist eine schillernde Erscheinung. Zusammen mit dem eigenwilligen Songwriting und ihrer dunklen, betont am Mikrofon vorbeigehauchten Stimme entsteht eine ganz eigene Klangwelt, in die man sich gerne ein ganzes Album lang verkriechen möchte. Die bevorstehende Tour zur neuen Platte führt die weitgereiste Neuseeländerin Anfang April auch nach Heidelberg und München.



Cass McCombs: Tip Of The Sphere (8. Februar 2019)

Mangy Love (2016) war vielleicht die bislang beste Platte von Cass McCombs. Selten ging intellektuelles und musikalisches Vergnügen so harmonisch Hand in Hand. Die neue Single Estrella verspricht, dass dieser anspruchsvolle Sonderweg auch auf seinem neuen Album fortgesetzt wird.



Jessica Pratt: Quiet Signs (8. Februar 2019)

Auf der Bühne ist sie eine leise Urgewalt. Die Konfrontation mit ihren oft erschreckend zerbrechlichen Aufnahmen überfordert jedoch oft emotional. Mit einer dezidierten Lo-Fi-Ästhetik und einer Prise 50s-Coolness wie hier bei Poly Blue könnte dieses Problem auf dem neuen Album allerdings überwunden werden.



Homeshake: Helium (15. Februar 2019

Peter Sagars Herzensprojekt Homeshake ist mittlerweile viel mehr als ein Nebenprodukt seiner regen Produzententätigkeit für die Mac DeMarcos dieser Welt. Auf seinem neuesten Album treibt er seinen charakteristisch eiernden Sound auf die Spitze, die Single Nothing Could Be Better ist da nur eine Andeutung.



Julia Jacklin: Crushing (22. Februar 2019)

2016 überraschte Julia Jacklin mit einem extrem ausgereiften Debüt. Nachdem sie im vergangenen Jahr mit der Supergroup Phantastic Ferniture unterwegs war, knüpft sie auf ihrem zweiten Solo-Album nahtlos an den hoffnungsvollen Karrierestart an. Ihre Geheimformel: Ein krachender Gitarrensound, der ihre elegante Erscheinung und das delikate Songwriting konstrastierend unterstreicht.



Diese Videos sind Teil einer Playlist auf Youtube, die jeden Monat aktualisiert wird:

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