Jessica Pratt – Quiet Signs (2019)

Erschienen am 8. Februar 2019 bei Mexican Summer

Viel mehr als zwei gezupfte Akkorde auf der akustischen Gitarre, einen vom Winde verwehten Melodiebogen und eine gigantische Hallspirale hat Jessica Pratt noch nie gebraucht, um ihr Publikum in den Bann zu ziehen. Doch auf ihrem dritten Album treibt sie den Minimalismus auf die Spitze: Außer einem entfernten Piano oder dezent eingesetzten Instrumenten wie der pastellfarbenen Querflöte wurde absolut nichts hinzugefügt, was das fragile Gleichgewicht ihrer Song-Miniaturen beeinflussen könnte.

Ein kleiner Vorgeschmack auf Youtube:

So leise und vorsichtig die Musik auf den ersten Blick wirkt, so durchschlagskräftig ist ihre immersive Wirkung nach ein paar Minuten. Jessica Pratt zwingt uns, auf die Details zu hören und ihrer sonnengebleichten Fantasiewelt unsere ganze Aufmerksamkeit zu schenken. Dieses Ausdrucksziel erinnert in erster Linie an die minimalistische Phase des französischen Komponisten Erik Satie, im Folk-Bereich am ehesten noch an Vashti Bunyan oder Nick Drake. Doch spätestens nach diesem Album ist klar, dass Jessica Pratt ihre ganz eigene und großartige Vision von Musik hat, die mit ihrer zurückgezogenen Persönlichkeit und ihrer geisterhaften Stimme untrennbar verbunden ist.

Das ganze Album bei Bandcamp:

Nebenan im Plattenregal:

Lorain – Through Frames (2018)
Damien Jurado – The Horizont Just Laughed (2018)
Anna St. Louis – If Only There Was A River (2018)

 

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