Caroline Rose – Loner (2018)

Erschienen am 22. Februar 2018 bei New West Records

The Soft Rock Café empfiehlt Caroline Rose Live:
28. Mai | Queer Festival, Heidelberg
29. Mai | TapTab Musikraum, Schaffhausen
1. Juni | Puls Open Air, Geltendorf
Tickets gibt’s hier!

Es ist ein uraltes Klischee im Showbusiness: Komödienstars, die verzweifelt auf der Suche nach ernsten Rollen sind und dann plötzlich alle mit ihrem großen schauspielerischen Talent überraschen. Auf sehr eindrucksvolle Weise geht Caroline Rose diesen Weg mit ihrem dritten Album Loner in die umgekehrte Richtung. Nachdem sie sich mit einem sehr introvertierten Debüt und einer musikalisch extrem anspruchsvollen zweiten Platte bei der Kritik jede Menge Respekt verschaffte, steht nun der Spaß im Vordergrund. Das heißt nicht, dass sich hinter den Tanzflächen-Ambitionen und den unwiderstehlichen Pop-Hooks keine ernsthaften Themen verbergen. Der Überhit „Jeannie becomes a mom“ mit seinem oscarverdächtigen Musikvideo steht exemplarisch für diesen ziemlich einzigartigen Brückenbau zwischen Chartqualitäten und tiefgründigem Storytelling.

Ein kleiner Vorgeschmack auf Youtube:

Die neue Souveränität beflügelt Caroline Rose, ihre Stimme ist durchschlagskräftiger als je zuvor und nimmt zwischen verführerischen Balladen und manischer Eskalation jede Rolle überzeugend ein. Der exzessive Einsatz von Verzerrung auf den Vocals und den omnipräsenten Billigorgeln macht ordentlich Druck und verpasst der ansonsten glasklaren Produktion die nötige Portion Trash-Ästhetik. Einige Fans ihres früheren Schaffen werden es möglicherweise etwas schwierig finden, Caroline Rose auf ihrem neuen Weg bis zum Ende zu folgen. Dementsprechende Verlustängste scheinen die Amerikanerin aber nicht im geringsten zu tangieren, im Gegenteil: Die Mehrheit der Songs ist wie geschaffen für die Funktion als Türöffner zu deutlich größeren Bühnen als bisher. Und eigentlich besteht kein Zweifel daran, dass Caroline Rose gut vorbereitet ist auf das helle Rampenlicht.

Das ganze Album bei Bandcamp:



Nebenan im Plattenregal:

Molly Burch – First Flower (2018)
Totally Mild – Her (2018)
Stella Donnelly – Beware Of The Dogs (2019)

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