The Mattson 2 – Paradise (2019)

Company Records / 7. Juni 2019

Wer allergisch auf jazzige Gitarrenlicks und gelegentliche Andeutungen von Polyrhythmik reagiert, findet auf der neuen Platte der Zwillingsbrüder aus San Diego die Hölle auf Erden. Doch das bisweilen endlose Gegniedel hat durchaus manchmal seinen Sinn, hier zum Beispiel eine Zeitreise in die goldenen Jahre von Bands wie Steely Dan oder Sea Level. Bands also, die eine Kombination aus Jazz und Soft Rock nicht als Widerspruch oder als direkten Weg in den Abgrund des Easy-Listenings interpretierten, sondern als kreativen Durchbruch.

Obwohl digital im Bastelverfahren aufgenommen, klingt das Material von Paradise eher wie eine Reihe von ziemlich perfekten Jam-Sessions in riesigen Hallräumen. Das Zusammenspiel ist wie bei einer guten Liveband perfekt unperfekt, hier zeigt sich das über Jahrzehnte verfeinerte, blinde Zusammenspiel der Brüder. An ihren Hauptinstrumenten Schlagzeug und Gitarre macht den beiden sowieso kaum jemand etwas vor, diesmal stimmt aber auch das Songwriting, das Arrangement und sogar der Gesang – auch wenn sich die Hälfte der Nummern auf die instrumentale Sphäre beschränkt. Das Ergebnis ist eine verträumte bis psychedelische Platte, die auf innovative Weise musikalische Nostalgie zelebriert.

Nebenan im Plattenregal:
Yves Jarvis – The Same But By Different Means (2019)
Connan Mockasin – Jassbusters (2018)
Stephen Steinbrink – Utopia Teased (2018)

 

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