Faye Webster – Atlanta Millionaires Club (2019)

Secretly Canadian / 24. Mai 2019

Als Künsterpersönlichkeit ist Faye Webster nicht leicht zu fassen. Atlanta scheint eine große Rolle für sie zu spielen, denn in den letzten Jahren dokumentierte sie die Rapszene der Südstaaten-Metropole als Fotografin und steuerte regelmäßig Vocals zu Aufnahmen des lokalen R&B-Kollektivs PSA bei. Nachdem ihr Debüt-Album etwas unentschlossen zwischen Singer/Songwriter-Pop und Indie Country pendelte, startet sie mit Atlanta Millionaires Club als vielschichtiges Produkt ihrer musikalisch sehr vielfältigen Heimatstadt neu.

Aus der Countryszene hat sie vor allem das Pedal Stelle mitgenommen, das in vielen Songs süßlich die Harmonien verklebt oder wenigstens leise im Hintergrund vor sich hin singt. Die traditionsreiche und lebendige R&B-Szene schlägt sich in zahlreichen schleppenden Grooves nieder, in funkigen Instrumentierungen mit Bläsersätzen und im hitzigen Zusammenspiel des Studiopersonals.

Eine ambitionierte Mischung, die aber ausgezeichnet zu den verträumten Songs mit erstaunlich geradlinigen Texten passt, meistens erzählt Faye Webster ganz konkrete Erlebnisse und erzeugt nur mit dem melodischen Spannungsbogen so etwas wie lyrischen Mehrwert. Ein unauffällig komplexes Album mit starker persönlicher Handschrift, das auf den ersten Blick unzusammenhängende Stränge der amerikanischen Popkultur fruchtbar ineinander flechtet.


Nebenan im Plattenregal:
Hannah Cohen – Welcome Home (2019)
Stella Donnelly – Beware Of The Dogs (2019)
Matty – Déjàvu (2018)

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