The Berries – Berryland (2019)

Run For Cover Records / 20. September 2019

Nichts ist in Ordnung, das ist weiterhin die gefühlsmäßige Grundformel von den allermeisten Songs aus der Feder von Matt Berry. Relativ neu sind allerdings die Mittel zur Vertonung dieser Perspektive auf eine Welt, die fast täglich mehr Anlass zu skeptischen Zukunftsaussichten gibt. Denn wo in seinen früheren Projekten verzerrte Gitarren und gereizte Stimmbänder um die Wette zu schreien schienen, plätschern die Songs auf Berryland vielleicht nicht unbedingt gefällig, doch durch die Bank angenehm und luftig durch eine fast schon ländlich anmutende Idylle.

Die Reibung zwischen teilweise apokalyptischen Inhalten und größtenteils sanft fließenden Harmonien sorgt immer wieder für Irritationen, garantiert aber einen tragfähigen Spannungsbogen zwischen den Songs. Die stilistische Palette reicht von verschlafenen Countryballaden bis hin zu hypernervösem Post-Punk und es ist durchaus beeindruckend, dass Matt Berry so unterschiedliche Stimmungen zu einem funktionierenden Ganzen zusammenfügt. Das Ergebnis ist ein Album mit Ecken und Kanten, das mit jedem Durchlauf an emotionalem Gewicht gewinnt.

FAZIT: Die perfekte Platte für Schreibtisch-Lumberjacks, die auf dem Weg nach Hause innerlich noch mal richtig abrocken wollen.

Nebenan im Plattenregal:
Craig Finn – I Need a New War (2019)
Cass McCombs – Tip of the Sphere (2019)
Dick Stusso – In Heaven (2018)

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