Nedelle Torrisi – Advice from Paradise (2015)

Nedelle

VÖ: 17.2.2015 auf Drag City
Klingt fast ein bisschen wie: Carole King, Stevie Nicks, Kate Bush
Passt gut zu: Morgenstunden, Sonnenstrahlen, frischer Bettwäsche

So rätselhaft dieses ätherische Album klingt, so ominös ist auch sein Zustandekommen. In kürzester Zeit mit Ariel Pinks Gitarristen Kenny Gilmore aufgenommen, verschimmelte es mehrere Jahre auf Nedelles Laptop, der dann auch noch in Russland verschwand und erst nach einer monatelangen Odysee wieder auftauchte. Ein Glück, denn es ist wohl ihr bestes Album bisher, eines der interessantesten Alben des Jahres 2015 und auch ein bescheidener Verkaufserfolg blieb nicht aus. Es ist geprägt von einer intimen, fast kuscheligen Grundstimmung, die von Nedelles halb geflüsterten Songperlen und der tiefenentspannten, extrem abwechslungsreichen Produktion getragen wird. So wie die Songs schwebt auch der Zuhörer schwerelos dahin, während vertraut klingende Popstrukturen aus den 70ern so natürlich mit entspannt pulsierenden elektronischen Beats von heute verschmelzen, als hätten sie schon immer zusammengehört. Ein fantastisches Album zum Zuhören und Träumen, dass auch nach zwei Jahren und hunderten von Durchläufen jedes mal neue Reize offenbart.

Hiss Golden Messenger – Heart like a levee (2016)

Hiss Golden Messenger

VÖ: 7.10.2016 auf Merge
Klingt fast ein bisschen wie: Tom Petty, Ryan Adams, Wilco
Passt gut zu: Grauen Tagen, Guten Büchern, Heißem Tee

M.C. Taylor teilte jahrelang das Schicksal von vielen talentierten Musikern und rieb sich zwischen regulärer Arbeit und seinen künstlerischen Ambitionen auf. Vor ein paar Jahren schmiss er schweren Herzens seinen Job, um sich voll auf die Musik zu konzentrieren. Eine Entscheidung, die er inzwischen bereut, denn wirklich viel hat es seiner Karriere bislang nicht gebracht.Auf Heart like a Levee greift er seine Malaise inhaltlich auf und erweitert seine Palette zwischen Folk, Country und Americana um einen ganz eigenen Sound, den man vielleicht als Desert Soul bezeichnen könnte. Herausgekommen ist ein unglaublich vielfältiges, aber geschmeidiges und vor allem herzerwärmendes  Album, das zwar auf Anhieb auch nicht unbedingt einschlug wie eine Bombe. Aber immerhin hat er jetzt eine Platte in der Hand, die definitiv viel zu gut ist, um einfach in der Versenkung zu verschwinden. Falls es also weiterhin nicht klappt mit dem ganz großen Erfolg, braucht sich M.C. Taylor jedenfalls selbst keine Vorwürfe machen.

Twain – Life Labors in the Choir (2014)

VÖ: 11.3.2014 (Ohne Label)
Namedropping: Tim Buckley, Van Morrison, Mickey Newbury, Gram Parsons

Passt gut zu: Kopfkino, Fernweh, Tagträumen

Nachdem er ein paar Jahre als Multi-Instrumentalist bei der Indie-Folk-Band The Low Anthem vor sich hingedümpelt hatte, setzte sich Twain auf seinen Hosenboden und schrieb aus dem Nichts ein heimliches Meisterwerk, das nie bei einem Label erschien oder von irgendwelchen Medien berücksichtigt wurde. Die erste, auf eigene Kosten gepresste Edition von 300 Exemplaren war aber auf Bandcamp nach kurzer Zeit ausverkauft. Kein Wunder, denn hier gibt es nicht nur geniales Songwriting und bestechend geschmackvolle Arrangements, sondern eben auch eine herzergreifende Performance und vor allem ganz viel Seele. Eine ganz besondere Platte von einem ganz besonderen Künstler, die so langsam die Aufmerksamkeit bekommt, die sie schon seit drei Jahren verdient.

Achtung, Re-Release: Der Pre-Sale zur extrem begehrten zweiten Auflage erscheint am Donnerstag, den 23.2.2017. Unbedingt gleich hier vorbestellen!