Dominik Baer – Colliding in the dark: Ein ansteckend optimistisches Albumprojekt aus Heidelberg

Dominik Baer aus Heidelberg ist ein alter Abenteurer. Seine Kindheit verbrachte er in fernen Ländern und erstaunlicherweise fast ohne Popmusik. Nun ist er selbst Vater geworden und verarbeitet dieses Erlebnis, indem er mit einem einzigartigen Albumprojekt auf die vielleicht ambitionierteste Reise seines Lebens geht.

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Wer Papa wird, sucht sich in der Regel einen festen Job und hängt die künstlerischen Ambitionen an den Nagel. Nicht so Dominik Baer: Der Heidelberger Singer/Songwriter hat die Geburt seines Sohnes zum Anlass genommen, alles auf eine Karte zu setzen und die Vatermonate erst mal auf unbestimmte Zeit auszudehnen. Dann ging es mit Ehefrau Anna und Baby erst mal auf Europatour im Wohnmobil, auf deren Verlauf auch das erste Video enstanden ist. Denn Colliding in the Dark ist ein Visual Album, das zu jedem Song nicht nur einen kleinen Kurzfilm sondern auch eins von Annas abstrakten Artworks bieten wird. Das Ganze wird auf eigene Faust veröffentlicht und mithilfe der  Crowdfunding-Plattform Startnext teilweise vorfinanziert. Eine große Herausforderung, aber schon mit dem ersten Video macht Dominik klar, dass er nicht nur international konkurrenzfähigen Indie Pop fabriziert, sondern auch den Mut hat sich in unbekanntes Terrain mit dünner Luft hervorzuwagen.

 

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Wer jetzt schon neugierig mit den Hufen scharrt, muss sich noch etwas gedulden. Denn die mit Spannung erwarteten restlichen 11 Nummern werden erst nach und nach veröffentlicht. Jeden Monat ein Song, ein Video, ein Artwork. Und Ende des Jahres erscheint dann eine farbige Vinyl, die neben vielen anderen attraktiven Prämien über Startnext quasi vorbestellt werden kann. Das musikalische Konzept ist insgesamt ziemlich breit angelegt, sodass Dominiks Kreativität beim Songwriting sich ungezügelt ausbreiten konnte. Das tut der Stringenz des Albums keinen Abbruch, denn spätestens seit dem White Album sollte jedem klar sein, dass auch stilistische Vielfalt ein Markenzeichen sein kann. Zumindest wenn sie handwerklich überzeugend und mitreißend optimistisch intoniert wird wie hier.

Wer Dominiks Projekt noch unterstützen will, wird hier fündig:
Jetzt hier bis zum 21. Januar crowdfunden! (Startnext-Link)

The Sufis – After Hours: Schräger Indie Pop für späte Stunden

The Sufis aus Nashville waren bisher eher für ausufernden Garage-Pop und psychedelische Experimente bekannt. Mit dem Umzug nach Brooklyn werden die Songs nicht nur kürzer, sondern auch zugänglicher.

 

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Erscheinungstermin: 12.1.2018 / Label: Burger Records

Weniger Geschrammel, mehr Vintage Keyboards wie Wurlitzer und analoge Synthies. So oder so ähnlich könnte die Devise gewesen sein, als The Sufis nach Brooklyn gezogen sind, um ihr drittes Album aufzunehmen. Und die Erweiterung des Instrumentariums wirkt sich natürlich auch auf die musikalische Gestaltung aus. Der Retro-Fokus bewegt sich merklich von den 60s auf  die 70s, von undergroundigem Garagenrock in Richtung radiokompatiblen Popsongs.

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Wie zu erwarten, lassen es sich The Sufis aber auch auf diesem Album nicht nehmen, den ein oder anderen echten Schocker unterzubringen. Beim gruseligen „Watch out“ etwa lassen sie mal wieder so richtig die Sau raus und strapazieren unsere Ohren aufs Schärfste. Aber keine Sorge, nach eineinhalb Minuten ist der Spuk wieder vorbei. Generell erreicht kaum eine Nummer die Dreiminuten-Marke und insgesamt ist das Ganze gerade mal eine halbe Stunde lang. Aber bekanntlich ist ja weniger auch manchmal mehr, und so gelingt The Sufis ihr bislang gehaltvollstes Album und außerdem eines, das vielen Hörern richtig viel Spaß machen wird.

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Weirdos, die zu diesem Album nachts ihre Paisley-Hemden bügeln, haben auch bei diesen Platten die Lavalampe eingeschaltet:
OCS – Memory of a cut off head: Verspultes Folk-Vergnügen
Destroyer – Ken: Erinnerungen an eine melancholische Jugend in den frühen 80ern
Art Feynman – Blast Off Through The Wicker: Nachts auf der Reggae-Spaceroad