The Sufis – After Hours: Schräger Indie Pop für späte Stunden

The Sufis aus Nashville waren bisher eher für ausufernden Garage-Pop und psychedelische Experimente bekannt. Mit dem Umzug nach Brooklyn werden die Songs nicht nur kürzer, sondern auch zugänglicher.

 

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Erscheinungstermin: 12.1.2018 / Label: Burger Records

Weniger Geschrammel, mehr Vintage Keyboards wie Wurlitzer und analoge Synthies. So oder so ähnlich könnte die Devise gewesen sein, als The Sufis nach Brooklyn gezogen sind, um ihr drittes Album aufzunehmen. Und die Erweiterung des Instrumentariums wirkt sich natürlich auch auf die musikalische Gestaltung aus. Der Retro-Fokus bewegt sich merklich von den 60s auf  die 70s, von undergroundigem Garagenrock in Richtung radiokompatiblen Popsongs.

Wie zu erwarten, lassen es sich The Sufis aber auch auf diesem Album nicht nehmen, den ein oder anderen echten Schocker unterzubringen. Beim gruseligen “Watch out” etwa lassen sie mal wieder so richtig die Sau raus und strapazieren unsere Ohren aufs Schärfste. Aber keine Sorge, nach eineinhalb Minuten ist der Spuk wieder vorbei. Generell erreicht kaum eine Nummer die Dreiminuten-Marke und insgesamt ist das Ganze gerade mal eine halbe Stunde lang. Aber bekanntlich ist ja weniger auch manchmal mehr, und so gelingt The Sufis ihr bislang gehaltvollstes Album und außerdem eines, das vielen Hörern richtig viel Spaß machen wird.

Weirdos, die zu diesem Album nachts ihre Paisley-Hemden bügeln, haben auch bei diesen Platten die Lavalampe eingeschaltet:
OCS – Memory of a cut off head: Verspultes Folk-Vergnügen
Destroyer – Ken: Erinnerungen an eine melancholische Jugend in den frühen 80ern
Art Feynman – Blast Off Through The Wicker: Nachts auf der Reggae-Spaceroad