Childhood – Universal High (2017)

Das zweite Album von Childhood überzeugt mit einem fein abgeschmeckten Cocktail aus 70s Soul, psychedelischen Synthies und Yacht Rock. Die sonnendurchfluteten Grooves sorgen für gute Laune und eignen sich besonders für einen beschwingten Start in einen sonnigen Tag.

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VÖ: 21.7.2017 auf Marathon Artists
Klingt fast ein bisschen wie: Roy Ayers, Pablo Cruise, Nick HakimHomeshake
Stichworte: Morgens / Sonne / Kaffee / Zu zweit

Auf ihrem Debüt-Album hatten sich Childhood aus London noch ein wenig in der heiß umkämpften Retro-Welt zwischen Post-Punk, College Rock, Shoegaze und Dream-Pop verzettelt. Mit Universal High machen die Jungs einen großen Schritt nach vorne, denn in der dreijährigen Pause zwischen den Releases haben sie endlich einen eindeutig wiedererkennbaren, eigenen Stilmix gefunden. Der zeitliche Rahmen der Inspirationsquellen bleibt zwar ungefähr der gleiche, allerdings richtet sich der Blick nun eher auf die andere Seite des großen Teichs und auf die psychedelischen Experimente der Soulmusik in der zweiten Hälfte der Siebziger.

Im Vergleich zu stilistisch artverwandten Studio-Spezialisten spielt bei Childhood der Bandkontext und die damit verbundene Illusion einer Live-Performance aber eine wesentlich größere Rolle. Einige Songs erinnern fast ein bisschen an das kurzlebige Phänomen, das manche Musikjournalisten treffend als “Yacht Rock” bezeichnet haben, also luftigen bis seichten Gitarrenpop mit ungenierten Anleihen aus Rock und Funk. Dieser Vergleich ist ein bisschen irreführend, da der Begriff heute eher als Schimpfwort in Gebrauch ist, denn die meisten Platten aus diesem Bereich waren schon nach kürzester Zeit wieder vergessen. Angesichts der durchgehend hohen Qualität von Universal High ist davon auszugehen, dass Childhood dieses Schicksal erspart bleibt.