PHV Pop Up Studio: Zehn Sessions, Zehn Songs, Zehn Tage Utopie beim Metropolink Festival 2018

Ein Künstlerdorf als Stadt der Zukunft – dieser Idee widmet sich das PHVision Project, eine Kooperation zwischen dem Metropolink Festival und der IBA Heidelberg. Doch es geht nicht nur um Street Art und urbane Kunst: Im PHV Pop Up Studio werden an zehn Tagen zehn Lieder aufgenommen und zehn kleine Konzerte gespielt.

 

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San Jacinto Drive 14 – eine Adresse wie aus einem Hollywood-Film. Doch was nach einer Promi-Siedlung über den Hügeln von LA klingt, ist in Wirklichkeit ein leerstehender Straßenzug neben der A5 zwischen Heidelberg und Schwetzingen. Hier hat die U.S. Army in den Fünfzigern das Patrick Henry Village geschaffen, ein kleines Stück amerikanische Kleinstadt-Idylle, komplett mit geschwungenen Straßen, den obligatorischen Hofeinfahrten und freistehenden, strahlend weißen Einfamilienhäusern mit Garten und Garage. Nach vielen Jahren im Dornröschenschlaf wird es langsam ernst, die Internationale Bauausstellung Heidelberg hat große Pläne für einen Stadtteil der Zukunft. Doch erst mal soll das PHVision Project in Zusammenarbeit mit dem Metropolink Festival das Gelände künstlerisch erschließen, vor allem mit Street Art und Musik.

Da Kunst im urbanen Raum im Idealfall ein paar Jahre überdauern kann, Musik aber sofort verflogen ist, gab es von Anfang an den Wunsch nach einer Aufzeichnung der Konzerte. Daraus entstand schließlich die Idee eines Pop Up Studio, in dem Bands am Tag ihres Auftritts einen Song aufnehmen können. Festival-Leiter Pascal Baumgärtner verrät: „Wir wollten ein physisches Ergebnis haben, ein Stück Musik, das hier auf dem Festival entsteht. Ein Tape kann man zu Hause aufbewahren wie einen Katalog zur Ausstellung. Das zeigt auch eine gewisse Wertschätzung für die Musik, die viel mehr ist als ein akustischer Soundtrack zur Kunst.“ Dass für ein solches Projekt auf Anhieb keine internationalen Bands engagiert werden konnten, versteht sich von selbst. Ist aber gar nicht schlimm, denn in Heidelberg und Umgebung gibt es genug Menschen, die ihr Leben der Musik widmen und die Teilnahme mehr als verdient haben.

Und so ist ein Programm entstanden, das sich aus technischen Gründen zwar auf akustisch geprägte Musik konzentriert, aber dennoch jede Menge Abwechslung und auch einige Überraschungen bereithält. Da gibt es alte Hasen und junge Talente, Rampensäue und Proberaum-Weltmeister, traditionalistische Gitarrenmusik, lateinamerikanische Einflüsse und auf den ersten Blick unpassendes wie Drumcomputer und wabernde Synthesizer. Doch wie damals in Los Angeles, als sich der berühmte California Sound entwickelte, wird auch die entspannte Atmosphäre im San Jacinto Drive dafür sorgen, dass sich die unterschiedlichen Elemente zu einer eigenen kleinen musikalischen Welt zusammenfügen. Gerade auf das Team kommt da natürlich die Mammutaufgabe zu, neben dem Recording-Marathon jeden Abend auch noch ein kleines Konzert zu betreuen, das je nach Wetter im Wohnzimmer der Studiovilla oder im Garten stattfinden wird. Allerdings ist die Vorfreude groß und alle Beteiligten können es kaum abwarten, endlich loszulegen. Hier das volle Programm, die jeweiligen Facebook-Events mit mehr Infos sind als Links hinterlegt:

Do 19.7. Dominik Baer
Fr 20.7. Zelia Fonseca
Sa 21.7. Alexander Maisenhelder
So 22.7. Gringo Mayer (Solo)
Mo 23.7. Alex Auer
Di 24.7. Harrison McClary
Mi 25.7. Bal (XX)
Do 26.7. Koku & Pyne
Fr 27.7. Wild Mustang
Sa 28.7. SIM

Alle Konzerte beginnen um 21 Uhr
Eintritt frei / Pay what you want
Infos & Wegbeschreibung