Feist – Pleasure (2017)

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VÖ: 28.4.2017 auf Interscope/Polydor
Klingt fast ein bisschen wie: Natalie Prass, St. Vincent, Dirty Projectors
Passt gut zu: Kopfhörer, Couch, Rotwein

Nach ungefähr 30 Sekunden ist schon klar, dass Feist endlich mal wieder ein wirklich überzeugendes Album gemacht hat. Schwer zu sagen warum, aber die ersten paar Töne und die Art wie sie angeschlagen werden und viele andere nicht, lässt die folgende Großartigkeit schon erahnen. Diese Musik lässt sich nicht nebenbei hören oder in Playlisten aufteilen, sie verlangt die volle Aufmerksamkeit und belohnt dann mit einer fast unbeschreiblichen Achterbahnfahrt aus Gefühlen und Stilmitteln, die von der Kanadierin so nicht zu erwarten waren. Denn nach dem grandiosen Start mit Let it die (2004) kam wie bei vielen Kollegen nicht nur der große Erfolg, sondern auch eine Reihe von mäßig inspirierten und teilweise überproduzierten Alben. Dabei hat Feist wie ganz wenige die Fähigkeit, mit der extrem feinen Dynamik von Gesang und Instrumenten minimalistische Songskizzen in schillernde kleine Kunstwerke mit bedrohlichen Ecken und Kanten zu verwandeln. Auch wenn viele Fans enttäuscht sein werden, beschert diese Platte mit dem treffenden Titel Pleasure schon beim ersten Hören großes Vergnügen und wird immer besser, je mehr man sich in den oft überraschenden Songstrukturen zu orientieren weiß. Ein fantastisches Album, das zu Recht und nicht nur aufgrund der Prominenz seiner Schöpferin auf den Bestenlisten dieses Jahres ganz weit oben landen wird.