Halo Maud – Je Suis Une Île (2018)

Viele Bands und auch Sängerinnen veröffentlichen aktuell hypnotischen Psychedelic Pop mit Vintage Synthies und ganz viel Chorus. Trotzdem gelingt es Halo Maud auf ihrem Debüt, sich in diesem Feld klar von der Masse abzusetzen.

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Erschienen am 25. Mai 2018 auf Heavenly

Wenn Halo Maud über einen rollenden Beat auf französisch singt, weckt sie Assoziationen mit Desireless. Wenn sie über eine Synthiefläche englisch singt, erinnert ihre Stimme eher an Kate Bush oder Karin Dreijer von The Knife. Die Pariserin ist aber nicht nur Sängerin, sondern auch Multi-Instrumentalistin und ihre eigene Produzentin. Und deshalb hat auch ihre Musik diese besondere Aura der grenzenlosen Fantasie, die nur entstehen kann, wenn Ideen ganz individuell zu Ende gedacht werden.

Das Musikvideo zur Single „Wherever“ auf Youtube:

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Insgesamt dominieren musikalisch die Einflüsse aus Halo Mauds Heimatland Frankreich und viele der Songs haben geradezu cineastische Qualitäten. Hier gibt es durchaus Synergien, schließlich haben französische Komponisten wie Francis Lai ab den 60ern des vergangenen Jahrhunderts die internationale Filmmusik revolutioniert, nicht zuletzt mit psychedelischen Soundtracks zu Softpornos. Halo Mauds Kompositionen klingen teilweise wie Soundtracks zu retrofuturistischen Zeichentrickfilmen, oft aber auch wie die stylische Fahrstuhlmusik der Belmondo-Schinken in den 70ern. Vor allem aber sind sie voller Details, nehmen stilistisch auch weitere Reisen in Kauf und bekommen am Ende doch immer die Kurve in Richtung Popsong. Unterm Strich ein fantastisches Debüt, das nicht nur frankophilen Popnerds viel Freude bereiten dürfte.

Das ganze Album auf Spotify:

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Ähnliche Alben:

Natalie Prass – The Future and the Past (2018)
Art Feynman – Blast Off Through The Wicker (2017)
Nedelle Torrisi – Advice from Paradise (2015)

The Sufis – After Hours: Schräger Indie Pop für späte Stunden

The Sufis aus Nashville waren bisher eher für ausufernden Garage-Pop und psychedelische Experimente bekannt. Mit dem Umzug nach Brooklyn werden die Songs nicht nur kürzer, sondern auch zugänglicher.

 

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Erscheinungstermin: 12.1.2018 / Label: Burger Records

Weniger Geschrammel, mehr Vintage Keyboards wie Wurlitzer und analoge Synthies. So oder so ähnlich könnte die Devise gewesen sein, als The Sufis nach Brooklyn gezogen sind, um ihr drittes Album aufzunehmen. Und die Erweiterung des Instrumentariums wirkt sich natürlich auch auf die musikalische Gestaltung aus. Der Retro-Fokus bewegt sich merklich von den 60s auf  die 70s, von undergroundigem Garagenrock in Richtung radiokompatiblen Popsongs.

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Wie zu erwarten, lassen es sich The Sufis aber auch auf diesem Album nicht nehmen, den ein oder anderen echten Schocker unterzubringen. Beim gruseligen „Watch out“ etwa lassen sie mal wieder so richtig die Sau raus und strapazieren unsere Ohren aufs Schärfste. Aber keine Sorge, nach eineinhalb Minuten ist der Spuk wieder vorbei. Generell erreicht kaum eine Nummer die Dreiminuten-Marke und insgesamt ist das Ganze gerade mal eine halbe Stunde lang. Aber bekanntlich ist ja weniger auch manchmal mehr, und so gelingt The Sufis ihr bislang gehaltvollstes Album und außerdem eines, das vielen Hörern richtig viel Spaß machen wird.

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Weirdos, die zu diesem Album nachts ihre Paisley-Hemden bügeln, haben auch bei diesen Platten die Lavalampe eingeschaltet:
OCS – Memory of a cut off head: Verspultes Folk-Vergnügen
Destroyer – Ken: Erinnerungen an eine melancholische Jugend in den frühen 80ern
Art Feynman – Blast Off Through The Wicker: Nachts auf der Reggae-Spaceroad

 

H. Hawkline – I Romanticize (2017)

Für sein zweites Album hat sich der Waliser H. Hawkline Verstärkung von Landsfrau Cate Le Bon und Stella Mozgawa von Warpaint ins Studio nach LA geholt. Das Ergebnis ist eines zugänglichsten und besten Post-Punk-Alben der letzten Jahre.

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VÖ: 2.7.2017 auf Heavenly
Referenzen: Television, Robyn Hitchcock, The Stranglers, Metronomy
Stichworte: Abends / Regen / Bier / Freunde

Post-Punk ist auf dem Papier ungefähr so weit weg von Soft Rock wie Cardiff von Los Angeles. Trotzdem hat sich H. Hawkline mit seiner neuzusammengestellten Band aus Wales nach Kalifornien begeben und ein Album aufgenommen, das man nicht so einfach ignorieren kann. Schon nach der Vorab-Single „Engineers“ war klar, dass der Sänger und Gitarrist zunehmend Vorbildern aus den späten 70s nacheifert, die teilweise auch unserer Zeit noch voraus sind. Das Geheimnis dieser mit dem Pop liebäugelnden Gegenbewegung zum rauen Punkrock ist der luftige Minimalismus, die Klarheit der Sounds und der Anschein von emotionaler Distanz.

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Die legendäre Band Television aus New York wird sogar mit einem Songtitel bedacht, allerdings von einem der schwierigeren Songs auf dem Album. Zwischendurch häufen sich tatsächlich ein paar experimentelle Nummern, die den Rahmen der Platte ein wenig sprengen und beim entspannten Durchhören auch mal ein wenig nerven können. Nichtsdestotrotz ist das ingesamt eine runde Sache, die eigentlich ausreichend gute Ideen für zwei Alben in sich trägt. Einzelne Melodien und ein atmosphärischer Gesamteindruck prägen sich schon nach einmaligem Hören ein und richten sich tagelang in dem Teil des Musik-Gedächtnis ein, der auch als Zwischenspeicher für spontane Pfeif-Sessions dient. Gerade die Songs am Anfang und am Ende sind von einer Qualität und Charakterstärke, die man nicht nur heute sehr selten findet.

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Doug Tuttle – Peace Potato (2017)

Bisher pflegte Doug Tuttle einen sehr zugespitzten psychedelischen Sound. Auf seinem dritten Album öffnet er sich für verschiedene Spielarten amerikanischer Rockmusik und landet damit so manchen Volltreffer.

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VÖ: 5.5.2017 auf Trouble in Mind
Klingt fast ein bisschen wie: Tom Petty / Eels / Donovan
Stichworte: Nachmittag / Sonne / Kaffee / Alleine

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Doug Tuttle ist als Sänger und Mastermind der Band Mmoss aus New Hampshire bekannt geworden, die man der sehr lebendigen Psychedelic-Szene Neuenglands zuordnen kann. Als Solist hat er bislang zwei mäßig erfolgreiche Alben veröffentlicht, auf denen er mehr oder weniger direkt an das Erfolgsrezept seiner Band anknüpfen wollte. Mit Peace Potato nimmt der langhaarige Spaßvogel jetzt eine überfällige Abzweigung und versucht sich am sogenannten Heartland Rock der 80er. Diese Stilrichtung war eine Gegenbewegung zum aufkommenden Plastikpop und orientierte sich stark an klassischen Vorbildern aus den 60er und 70er Jahren. Peace of Potato ist nicht zuletzt deshalb ein hörenswertes Album, weil Doug Tuttle auf sehr abwechslungsreiche Weise mit diesen historischen Schichten spielt und mit fast jedem Song neue Assoziationen weckt.

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Temples – Volcano (2017)

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VÖ: 3.3.2017 auf Fat Possum
Klingt ein bisschen wie: Islands, Tame Impala, The Beatles
Passt gut zu: Sommerabend, Mainstage, Bierbecher

Sun Structures war eins der spektakulärsten Debütalben des Jahres 2014. Für ein breiteres Publikum markierten die Temples damit außerdem die Wiedergeburt des psychedelischen 60er Pops, der lange Jahre im Underground geschlummert hatte. Viele Junge Bands tun sich schwer damit, einen solchen Erfolg zu wiederholen, und dementsprechend ist es nicht verwunderlich, dass die Jungs aus dem englischen Nest Kettering fast drei Jahre brauchten, um den Nachfolger an den Start zu bringen. Mutig, dass sie das Geklimper der 12-saitigen Gitarren durch Synthies ersetzen, die Hallfahnen durch knackige Hooklines und den sympathisch verschlafenen Vibe durch hektische Betriebsamkeit. So etwas geht oft schief, aber den Temples nimmt man den Wandel sofort ab, denn ihre vermutlich dauerbekiffte Jugend auf dem Land ist nun mal für immer vorbei. Vor allem aber will man die Songs sofort in einem Konzert erleben und laut mitsingen. Ein Album wie eine Bewerbung als Festivalheadliner, ein bisschen größenwahnsinnig, aber am Ende doch überzeugend.

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