Amber Coffman – City of No Reply (2017)

Bei den Dirty Projectors kämpfte Amber Coffman mit David Longstreth um Ausrichtung der Band. Er wollte Experimente, sie wollte Pop. Das führte eine Weile zu einer fruchtbaren kreativen Spannung, zuletzt aber zur Trennung. Nachdem Longstreth im Februar ein Soloalbum veröffentlichte, meldet sich nun auch Coffman zu Wort.

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VÖ: 2.6.2017 auf Columbia

Klingt fast ein bisschen wie: Dirty Projectors, Amy Grant, Minnie Riperton
Passt gut zu: Morgens / Kaffee / Sonne / Zu zweit

Jahrelang war Amber Coffman ein Teil von Dirty Projectors, einer sehr einflussreichen Indieband aus Brooklyn. Mit der privaten Trennung von Mastermind David Longstreth folgte vor kurzem gleichzeitig auch der musikalische Split. David durfte den gut eingeführten Namen der Band behalten und veröffentlichte im Februar ein neues Album, das sich vom gemeinsam entwickelten Sound in Richtung experimentelle Elektronik entfernt.

Amber Coffman war schon immer vor allem für eingängige Songs und emotionale Momente zuständig, deshalb ist ihr Solodebüt erwartungsgemäß auch ein waschechtes Popalbum. Auffällig ist ihre immer wieder durchscheinende Liebe zum klassischen Soul, die im Kontext der Dirty Projectors nur sehr vage zu erkennen war. Vor allem aber gelingt es ihr, wahnsinnig gute Songs zu schreiben, die wie kleine Kurzgeschichten auf extrem geistreiche Art von den Höhen und Tiefen des Single-Lebens erzählen. Ein Album, das nicht nur die Trennung Amber Coffmans von ihrem Partner und ihrer Band verarbeitet, sondern auch ihre künstlerische Emanzipation.